Stoßwellentherapie: Wenn die Heilung stecken geblieben ist

Stosswellentherapie

Manche Sehnenschmerzen gehen einfach nicht weg. Die Schulter tut seit Monaten weh, besonders nachts. Der erste Schritt am Morgen auf der Ferse ist der schlimmste des Tages. Der Ellenbogen meldet sich bei jedem Griff.

Dahinter steckt oft dasselbe Muster: Der Körper hat eine Reparatur begonnen und nicht zu Ende gebracht. Die Stoßwellentherapie setzt genau dort an – sie bringt einen festgefahrenen Heilungsprozess wieder in Gang.

Wobei die Stoßwelle hilft

Fersensporn

Bewährt hat sich das Verfahren bei:

Selbst bei Knochen, die nach einem Bruch oder einer Operation nicht vollständig zusammengewachsen sind (Pseudarthrose), konnte mit hochenergetischer Stoßwellentherapie noch eine Knochenheilung angeregt werden.

Was kostet die Stoßwellentherapie?

Das hängt davon ab, warum Sie behandelt werden.

Beim Fersensporn: eine Kassenleistung

Seit einigen Jahren übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Stoßwellentherapie bei der Plantarfasziitis. Dafür müssen allerdings folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Die Fersenschmerzen bestehen seit mindestens sechs Monaten und schränken Ihre normale körperliche Aktivität nachweislich dokumentiert stark ein

  • In dieser Zeit wurde ausgiebig konservativ behandelt – Muskelkräftigung, Dehnübungen, Einlagen, regelmäßige Schmerzmitteleinnahme – ohne ausreichende Besserung

  • Sie waren in den beiden vorangegangenen Quartalen diesbezüglich jeweils mindestens einmal in ärztlicher Behandlung

Abrechnen dürfen diese Leistung nur Fachärztinnen und Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie für Physikalische und Rehabilitative Medizin. Beide Qualifikationen sind in unserer Praxis vorhanden.

Bei allen anderen Beschwerden: Selbstzahlerleistung

Für Kalkschulter, Tennisellenbogen, Achillessehnenschmerz und die übrigen Anwendungen tragen die gesetzlichen Kassen die Kosten nicht. Die Behandlung ist dann eine individuelle Gesundheitsleistung und wird nach der Gebührenordnung für Ärzte abgerechnet. Eine Anwendung kostet 90 € (Stand September 2026).

Private Krankenversicherungen erstatten die Stoßwellentherapie häufig, aber nicht immer. Klären Sie das vor der Behandlung mit Ihrer Versicherung.

Wo die Stoßwelle in unserem Plan steht

Die Stoßwellentherapie sollte nicht alleine stehen und immer mit anderen Therapien kombiniert werden. Erst wenn die Ursache angegangen, die Belastung angepasst und die Basisbehandlung parallel läuft, hat sie ihren Platz.

→ Unsere Haltung zu Selbstzahlerleistungen

Wie die Stoßwelle wirkt

Erfunden wurde die Stoßwellentherapie in den 1980er Jahren, um Gallen- und Nierensteine zu zertrümmern. Die von außen durch die Haut geleiteten mechanisch-akustischen Druckimpulse konnten die Steine gezielt zerkleinern, ohne umliegendes Gewebe zu verletzen – und ersetzten damit viele Operationen. In den Jahren danach wurden die Geräte kleiner und genauer, sodass sich die Technik auch in der Orthopädie einsetzen ließ.

Bei bestimmten Erkrankungen von Gelenken, Sehnen und Bändern kommt es zu Kalkablagerungen oder zu einer unvollständigen Heilung von verletztem Gewebe. Der Körper hält dann über lange Zeit eine Entzündung aufrecht, die zwar Schmerzen verursacht, aber nicht ausreicht, um den erkrankten Bereich zu reparieren. Ein Zustand zwischen krank und heil, in dem nichts vorangeht.

Die Stoßwellentherapie greift hier ein: Kleinste, gezielte Druckwellen zerstören die Verkalkungen und regen eine kräftigere Entzündung an – mit vielen wachstums- und heilungsfördernden Botenstoffen. Der Körper bekommt damit, was ihm gefehlt hat, um die Stelle selbst zu reparieren.

Wie eine Behandlung abläuft

ESWT

Zuerst muss der zu behandelnde Bereich genau gefunden werden. Bei oberflächlich liegenden Strukturen gelingt das durch Tasten, sonst mit Ultraschall.

Dann wird der Applikator auf die Haut gesetzt und es werden etwa 1.000 bis 2.000 Stoßwellen nacheinander abgegeben. Das kann unangenehm sein, aber die Intensität der Stoßwellen wird so gewählt, dass diese zwar spürbar, aber nicht schmerzhaft sind. Eine Behandlung dauert insgesamt fünf bis zehn Minuten.

Meist reicht eine Sitzung nicht aus, um eine ausreichende Heilentzündung auszulösen. Üblich sind drei Behandlungen im Abstand von ein bis zwei Wochen.

Nach der Behandlung ist das Gewebe oft gereizt. Vorübergehende Schonung und Kühlung helfen.

Dass es zuerst schlechter wird, gehört dazu

Weil die Stoßwelle die Entzündung zunächst verstärkt, kann es im Verlauf der Behandlung vorübergehend zu einer Verschlechterung kommen. Das ist nicht die Nebenwirkung – das ist der Wirkmechanismus. Fällt die Reaktion zu heftig aus, lässt sie sich mit Schmerzmitteln dämpfen.

Und noch etwas sollten Sie wissen, bevor Sie anfangen: Der Erfolg stellt sich nicht am Tag der Behandlung ein. Der Körper braucht Zeit, um die Stelle zu reparieren. Es können einige Wochen vergehen, bevor Sie merken, dass es besser wird. Wer nach der zweiten Sitzung enttäuscht abbricht, bricht zu früh ab.

Nebenwirkungen

Nach einer Behandlung kann das Gewebe schmerzhaft sein. Weitere gravierende Nebenwirkungen sind bislang nicht beschrieben worden.

Häufige Fragen

Tut die Stoßwellentherapie weh?

Sie ist unangenehm, für die meisten aber gut auszuhalten. Die Intensität der Stoßwellen wird so gewählt, das Sie es gut aushalten können.

Wie schnell wirkt sie?

Nicht sofort. Rechnen Sie mit einigen Wochen nach Abschluss der Serie, bis sich der Erfolg zeigt. Eine vorübergehende Verschlechterung zwischendurch ist normal.

Wie viele Sitzungen brauche ich?

Meist drei im Abstand von ein bis zwei Wochen. Nach jeder Sitzung schauen wir, wie Sie reagieren.

Brauche ich eine Überweisung?

Als gesetzlich versicherter Patient nicht. Bringen Sie bitte vorhandene Bilder und Vorbefunde mit. Sofern die Behandlung über die Krankenkasse erfolgen soll, benötigen wir die oben genannten Nachweise, damit Ihre Kasse die Behandlung akzeptiert.

Kann ich danach wieder Sport machen?

An den Tagen nach der Behandlung sollten Sie die Stelle schonen. Wann Sie wieder voll belasten können, besprechen wir im Verlauf – das hängt von der Sehne und von Ihrer Sportart ab.

Was, wenn die Stoßwelle nicht hilft?

Dann sprechen wir über die Alternativen – Injektionen, andere konservative Verfahren, und in seltenen Fällen die Frage nach einer Operation. Eine abgeschlossene Stoßwellenserie ohne Erfolg ist dabei eine nützliche Information, kein verlorener Aufwand.

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