Rehamedizin: Der Facharzt für die Zeit danach

Rehamedizin

Die Operation ist überstanden, der Gips ist ab, der Unfall liegt Monate zurück – und trotzdem geht es nicht weiter. Die Schulter kommt nicht über Kopf. Das Knie trägt nicht. Der Rücken hält keinen Arbeitstag durch. Für diese Phase gibt es einen eigenen Facharzt, und er ist in einer niedergelassenen Praxis selten zu finden.

In unserer Praxis in Hamburg Rissen arbeitet eine Fachärztinn für Physikalische und Rehabilitative Medizin – kurz PRM – die zugleich Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie ist. Diese Kombination ist der Grund dafür, dass wir Sie nicht nur behandeln, sondern Ihren Weg zurück ins Leben planen können.

Sind Sie eine Reha-Klinik?

Nein. Wir sind eine Facharztpraxis, keine Klinik und kein Rehabilitationszentrum. Wenn Sie eine stationäre Rehabilitation suchen, sind wir nicht der Ort, an dem Sie sie bekommen.

Wir sind der Ort, an dem entschieden wird, ob Sie eine brauchen – und der Ort, an dem es danach weitergeht.

Das klingt nach weniger, ist aber oft mehr wert. Eine Reha dauert drei Wochen. Was in diesen drei Wochen aufgebaut wurde, hält nur, wenn es danach jemand weiterführt. Genau dort brechen die meisten Verläufe ab: Der Bericht der Klinik landet in einer Akte, die Übungen schlafen ein, und ein halbes Jahr später ist der Stand wieder der von vorher. Wir sind nur wenige Minuten von Ihnen entfernt und begleiten Sie über Monate, nicht über Wochen.

Was Rehamedizin ist – und was sie von der Orthopädie unterscheidet

Reha-Mediziner behandeln alle Erkrankungen des Bewegungsapparates ähnlich wie Orthopäden. Darüber hinaus können sie mehr Hilfestellung geben, wenn nach einem Unfall, einer Operation oder bei einer chronischen Erkrankung Fähigkeiten verlorengegangen sind.

Denn Krankheit und Verletzung hinterlassen oft mehr als einen Befund: eine eingeschränkte Beweglichkeit, Schwierigkeiten bei Dingen des täglichen Lebens, am Ende Arbeitsunfähigkeit. Nach der Akutbehandlung geht es in der rehabilitativen Medizin darum, die verlorenen Fähigkeiten wiederzuerlangen, drohende Einschränkungen abzuwenden und die Arbeitsfähigkeit zurückzugewinnen oder zu erhalten.

Der Unterschied in einem Satz: Die Orthopädie fragt, was am Gelenk nicht stimmt. Die Rehamedizin fragt, was Sie deshalb nicht mehr tun können – und was sich daran ändern lässt.

Wenn die üblichen Wege nicht mehr weiterführen

Röntgen Rehamedizin

Manche Verläufe lassen sich mit den gewohnten Mitteln nicht auflösen. Die Beschwerden halten an, die Lebensgewohnheiten bleiben eingeschränkt, und die üblichen Therapien helfen nur noch wenig.

In diesen Fällen braucht es eine umfassendere Betrachtung des ganzen Menschen, um noch offene Therapiemöglichkeiten zu finden. Lässt sich eine Beschwerde nicht beseitigen, dann ist das Ziel eine Linderung, der Erhalt der noch vorhandenen Fähigkeiten und die Abwendung einer weiteren Verschlechterung.

Dafür braucht es einen Therapieplan, der mehrere Verfahren aus verschiedenen Fachgebieten zusammenführt – und jemanden, der diese Therapien koordiniert. Genau das ist das Arbeitsfeld der Fachärztinnen für Physikalische und Rehabilitative Medizin.

Wann eine rehamedizinische Behandlung sinnvoll ist

  • Nach einer Operation an Wirbelsäule, Schulter, Hüfte oder Knie, wenn der Aufbau stockt

  • Nach einem Unfall mit bleibenden Einschränkungen

  • Bei chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates

  • Wenn Sie lange arbeitsunfähig sind und einen Weg zurück brauchen

  • Wenn eine Reha ansteht und Sie nicht wissen, welche Form die richtige ist

  • Nach einer Reha, damit der Erfolg nicht verlorengeht

  • Wenn Sie Orthesen, Einlagen oder andere Hilfsmittel brauchen

Reha beantragen – und was wir dabei übernehmen

Eine Rehabilitation ist kein Rezept, das man mitnimmt. Sie muss beantragt und bewilligt werden, und je nachdem, ob es um Ihre Arbeitsfähigkeit oder um Ihre Gesundheit im Alltag geht, ist ein anderer Kostenträger zuständig – die Rentenversicherung oder die Krankenkasse.

Wir beraten Sie, welche Form der Rehabilitation für Ihre Situation infrage kommt: ambulant oder stationär, wohnortnah oder an einem spezialisierten Haus. Und wir stellen die ärztlichen Unterlagen zusammen, die der Antrag braucht. Nach dem Sie unseren Befundbericht und den ärztlichen Rehaantrag erhalten haben, können Sie die vollständigen Unterlagen bei Ihrem Kostenträger einreichen.

Ein Hinweis, der viel Zeit spart: Ein abgelehnter Antrag ist nicht das Ende. Widersprüche haben Aussicht auf Erfolg, wenn die Begründung nachliefert, was im Erstantrag fehlte. Sprechen Sie uns an, bevor Sie eine Ablehnung hinnehmen.

Stufenweise Wiedereingliederung in den Beruf

Nach einer langen Krankheitsphase ist der Sprung von null auf volle Arbeitszeit für viele zu groß. Die stufenweise Wiedereingliederung – oft „Hamburger Modell” genannt – ist der Weg dazwischen: Sie kehren mit reduzierter Stundenzahl zurück und steigern schrittweise, während Sie formal noch arbeitsunfähig bleiben.

Damit das gelingt, braucht es einen Plan, der zu Ihrer Belastbarkeit passt und nicht zum Kalender. Wir beurteilen, was Sie zum jeweiligen Zeitpunkt leisten können, erstellen den Stufenplan und passen ihn an, wenn der Verlauf es verlangt. Je nach Arbeitsumgebung stimmen wir uns mit Ihren Betriebsärzten ab, damit Sie schnell wieder voll einsatzfähig werden und es auch bleiben.

Hilfsmittel, Orthesen und Einlagen

Ein gutes Hilfsmittel nimmt Belastung ab, führt ein Gelenk oder macht einen Weg wieder möglich. Ein schlechtes Hilfsmittel liegt im Schrank.

Wir untersuchen, was Sie tatsächlich brauchen, verordnen es und prüfen bei der Anpassung nach, ob es im Alltag wirklich funktioniert. Dazu gehören Orthesen und Bandagen, Einlagen und Schuhzurichtungen sowie Gehhilfen und Hilfsmittel für den Alltag.

Nach der Reha: damit der Erfolg bleibt

Orthopädie

Der Bericht der Reha-Klinik enthält in der Regel eine Empfehlung, wie es weitergehen soll. Ohne jemanden, der sie umsetzt, bleibt sie Papier.

Wir nehmen den Entlassungsbericht als Ausgangspunkt: Wir prüfen, was erreicht wurde, verordnen die Heilmittel, die den Aufbau weitertragen, und kontrollieren in Abständen, ob der Weg noch stimmt. Wo nötig, ändern wir ihn.

Das ist die unspektakulärste Leistung auf dieser Seite und zugleich die, die über das Jahr nach der Reha am meisten entscheidet.

Kontinuität ist in der heutigen Kassenmedizin das, was am schwersten zu bekommen ist — Vergütung und Zeittakt arbeiten dagegen. Warum das so ist und was es für die Behandlung bedeutet, haben wir an anderer Stelle aufgeschrieben.

→ Die verwehrte Kunst des Heilens

Kosten

Die rehamedizinische Behandlung ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Für gesetzlich Versicherte entstehen keine zusätzlichen Kosten. Privat Versicherte rechnen wir nach der Gebührenordnung für Ärzte ab.

Häufige Fragen

Brauche ich eine Überweisung?

Als gesetzlich versicherter Patient nicht. Bringen Sie bitte mit, was vorliegt: Operationsbericht, Entlassungsbericht der Klinik, Befunde von Bildgebung, Ihre Medikamentenliste.

Was ist der Unterschied zwischen Ihnen und einer Reha-Klinik?

Die Klinik führt die Rehabilitation durch – meist drei Wochen, meist stationär. Wir entscheiden mit Ihnen, ob und welche Reha sinnvoll ist, bereiten den Antrag vor und begleiten die Zeit davor und danach. Beides greift ineinander.

Ich war schon in der Reha. Was bringt mir ein Reha-Arzt jetzt noch?

Das ist der häufigste Zeitpunkt, an dem Menschen zu uns kommen. Die Reha hat einen Anfang gemacht; die Frage ist, was in den nächsten Monaten daraus wird. Genau dafür ist die ambulante rehamedizinische Betreuung gedacht.

Wer bezahlt eine Rehabilitation?

In der Regel die Rentenversicherung, wenn es um die Erwerbsfähigkeit geht, und die Krankenkasse, wenn es um die Selbstständigkeit im Alltag geht. Welcher Weg in Ihrem Fall der richtige ist, klären wir im Gespräch.

Wie lange dauert eine stufenweise Wiedereingliederung?

Das hängt von der Erkrankung und von Ihrem Beruf ab – üblich sind sechs Wochen. Der Plan wird auf Sie zugeschnitten, nicht auf einen Durchschnitt.

Muss ich für jeden Termin herkommen?

Ja, eine Beurteilung der Belastbarkeit lässt sich nicht am Telefon treffen. Dafür sind die Abstände zwischen den Terminen meist größer als in der Akutbehandlung.

Orthopäde in Hamburg Rissen – Orthopädie & Rehamedizin
Nach oben scrollen