Programme, die Ihre Krankenkasse bezahlt
Es gibt Behandlungen, die besser belegt sind als alles, was wir Ihnen als Selbstzahlerleistung anbieten könnten – und die Ihre Kasse vollständig bezahlt. Sie stehen nur nicht im normalen Leistungskatalog. Sie kommen über Selektivverträge zustande: Vereinbarungen zwischen einer Krankenkasse und teilnehmenden Ärzten, mit denen eine Kasse etwas finanziert, das die Regelversorgung so nicht vorsieht – meist ein strukturiertes Programm über Wochen oder Monate statt einer Einzelleistung.
Für Sie bedeutet das: kein Eigenanteil, keine Zuzahlung, aber eine Einschreibung. Und weil nicht jede Kasse jeden Vertrag unterschreibt, hängt es an Ihrer Versichertenkarte, welches Programm für Sie offensteht.
Warum wir zuerst hier nachsehen
Bevor wir mit Ihnen über eine Behandlung sprechen, die Sie selbst bezahlen müssten, schauen wir, ob es für Ihr Beschwerdebild ein Programm gibt, das Ihre Kasse trägt. Das ist keine Großzügigkeit, sondern die Reihenfolge, die sich aus der Studienlage ergibt: Die Programme auf dieser Seite bauen auf angeleiteter Bewegungstherapie auf, und das ist bei Arthrose und bei Rückenschmerz die Behandlung mit der stärksten Empfehlung in den Leitlinien – stärker als jede Spritze, die wir Ihnen geben könnten.
Wir nehmen an vier solchen Verträgen teil.
Herodikos – angeleitete Bewegungstherapie über eine App
Hier verordnen wir das Programm, und ein physiotherapeutisches Team begleitet Sie anschließend laufend per Videosprechstunde: individueller Übungsplan, regelmäßige Rückmeldung, Anpassung, wenn etwas nicht passt. Abgedeckt sind Rücken-, Nacken-, Hüft-, Schulter- und Knieschmerzen.
Das ist kein Ersatz für Physiotherapie in einer Praxis, sondern eine Antwort auf zwei Probleme, die Sie kennen: lange Wartezeiten auf einen Therapieplatz und Übungen, die zu Hause einschlafen, weil niemand nachfragt.
Herodikos läuft über mehrere Verträge mit unterschiedlichen Kassen – unter anderem mit der Techniker Krankenkasse, der hkk, der HEK, der Mobil Krankenkasse und einer größeren Zahl von Betriebskrankenkassen.
GLA:D – Trainingsprogramm bei Arthrose an Knie und Hüfte
GLA:D steht für „Good Life with osteoArthritis in Denmark”. Das Programm stammt aus Dänemark, wo es seit Jahren flächendeckend läuft und über ein nationales Register ausgewertet wird. Es verbindet Schulung mit angeleitetem, über zwölf Wochen aufgebautem Training – erst einzeln, dann in der Gruppe, begleitet über eine App.
Das Ziel ist nicht, eine Operation um jeden Preis zu vermeiden, sondern die Entscheidung darüber auf eine ehrliche Grundlage zu stellen. Viele Patienten stellen nach zwölf Wochen fest, dass sie mit dem Gelenk, das sie eigentlich ersetzen lassen wollten, wieder zurechtkommen. Andere stellen fest, dass sie es nicht tun – auch das ist ein brauchbares Ergebnis, und es macht die anschließende Operation nicht schlechter, sondern die Indikation sicherer.
Wir nehmen seit 2024 an GLA:D teil. Das zwölfwöchige Training findet nicht bei uns statt, sondern in einem von GLA:D zertifizierten Physiotherapiezentrum. In Hamburg ist derzeit eines gelistet, am Berliner Tor. Welche Zentren aktuell zertifiziert sind, führt GLA:D Deutschland selbst; das ändert sich mit dem laufenden Ausbau. Wir schreiben Sie ein, bleiben Ihre behandelnden Ärzte und sehen Sie im Verlauf wieder.
DAK meinRückenCoach
Ein Programm für DAK-Versicherte mit Rückenschmerzen, die deswegen mindestens zehn Tage am Stück arbeitsunfähig waren. Es richtet sich an Versicherte zwischen 18 und 65 Jahren und setzt eine entsprechende Rückendiagnose voraus.
Anders als eine Verordnung über sechs Einheiten Krankengymnastik ist es auf Dauer angelegt: Physiotherapie und Coaching vor Ort werden mit Online-Programmen kombiniert und über bis zu zwei Jahre in Phasen geführt – akut, Aufbau, Erhalt. Der Teil, an dem herkömmliche Rückenbehandlung am häufigsten scheitert, ist nicht der Anfang, sondern das Halten des Erreichten; genau darauf zielt der lange Zeitraum.
Der Vertrag gilt bundesweit.
Allianz gegen Schmerz – für Privatversicherte der Allianz
Der vierte Vertrag richtet sich nicht an gesetzlich, sondern an privat Versicherte: eine Vereinbarung zwischen dem Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie und der Allianz Privaten Krankenversicherung zur Versorgung von Rückenschmerzen. Auch hier steht angeleitete Bewegung im Mittelpunkt, digital begleitet.
Wenn Sie bei der Allianz privat versichert sind und mit Rückenschmerzen zu uns kommen, sprechen Sie uns darauf an.
Verträge, von denen Sie nichts merken
Nicht jeder Selektivvertrag ist ein Programm, in das Sie sich einschreiben. Einige ändern nur, auf welchem Weg eine Behandlung finanziert wird. Am Ablauf ändert sich für Sie dadurch nichts – wohl aber daran, ob wir sie Ihnen überhaupt anbieten können.
Das betrifft vor allem die bildgesteuerte Schmerztherapie an der Wirbelsäule, also unsere röntgengestützten Spritzen an die Nervenwurzel. Über die gewöhnliche vertragsärztliche Abrechnung ist diese Leistung budgetiert; ambulant wird sie deshalb vielerorts gar nicht oder nur gegen Selbstzahlung angeboten. Wir rechnen sie stattdessen über Verträge ab, die wir mit mehreren Krankenkassen geschlossen haben – unter anderem mit der Techniker Krankenkasse, der IKK classic, der KKH und einer Reihe von Betriebskrankenkassen. Daraus folgt zweierlei: Die Behandlung ist bei uns eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung, und wir müssen nicht quartalsweise einteilen, wie viele wir davon durchführen.
Ein Teil dieser Verträge betrifft außerdem Eingriffe, die sonst eine Aufnahme ins Krankenhaus nach sich ziehen würden. Wo es medizinisch vertretbar ist, führen wir sie ambulant durch. Sie gehen am selben Tag nach Hause.
→ Mehr über die PRT – röntgengestützte Spritzen an der Wirbelsäule
Für welche Beschwerden diese Programme gedacht sind
Welche Kasse ist dabei? Warum hier keine Liste steht
Die Liste der teilnehmenden Kassen ändert sich mehrmals im Jahr – Kassen kommen hinzu, Regionen werden freigeschaltet, einzelne Verträge laufen aus. Eine Aufzählung auf dieser Seite wäre über kurz oder lang falsch, und eine falsche Auskunft ist schlechter als gar keine: Sie kämen mit einer Erwartung zu uns, die wir nicht einlösen können.
Deshalb machen wir es anders. Die jeweils aktuelle Übersicht führen die Programmträger selbst:
→ Teilnehmende Krankenkassen bei GLA:D
→ Versorgungsverträge von Herodikos
Für den DAK meinRückenCoach genügt eine DAK-Mitgliedschaft, für die Allianz gegen Schmerz eine private Krankenversicherung bei der Allianz.
Am einfachsten ist es ohnehin, uns zu fragen. Bringen Sie Ihre Versichertenkarte mit; wir sehen im Termin nach, was für Sie infrage kommt, und schreiben Sie gleich ein.
Häufige Fragen
Kostet mich die Teilnahme etwas?
Nein. Die Programme werden von Ihrer Kasse beziehungsweise Ihrer privaten Versicherung getragen. Es fällt kein Eigenanteil an.
Muss ich vorher etwas beantragen?
Nein, die Einschreibung machen wir im Termin. Sie unterschreiben eine Teilnahmeerklärung, alles Weitere läuft über uns und den jeweiligen Programmträger.
Was, wenn meine Kasse nicht dabei ist?
Dann prüfen wir, ob eines der anderen Programme passt. Und wenn keines passt, heißt das nicht, dass wir Ihnen stattdessen etwas verkaufen: Angeleitete Bewegungstherapie lässt sich auch über eine gewöhnliche Heilmittelverordnung auf den Weg bringen. Sie ist dann weniger engmaschig begleitet, aber sie ist dieselbe Behandlung.
Ersetzt so ein Programm die Behandlung bei Ihnen?
Nein, es ergänzt sie. Wir bleiben Ihre behandelnden Ärzte, sehen Sie im Verlauf wieder und ändern den Plan, wenn er nicht trägt.
Warum bieten das nicht alle Praxen an?
Weil jeder dieser Verträge eine eigene Einschreibung, eine eigene Dokumentation und ein eigenes Portal mit sich bringt. Das ist Aufwand, der neben der Sprechstunde erledigt werden muss. Wir halten ihn für gerechtfertigt, weil diese Programme das anbieten, was bei Arthrose und Rückenschmerz nachweislich am besten wirkt.
